Manfred Michalke

Karl Markovics

 

 

 

Frau

Mag.a Claudia Bandion-Ortner

Justizministerin

 

Museumstraße 7

1016 Wien

 

 

 

Wien, 6.10.2009                                                                                                                                                                                                                   

 

 

Sehr geehrte Frau Bundesministerin,

 

wir wollen den DarstellerInnen der Theaterproduktion: “Gerettet” v.Edward Bond

unsere solidarische Unterstützung geben.

Theaterarabeit in Gefängnissen ist europaweit ein anerkannter Beitrag, welcher

auch als hochwertige Resozialisierungsmaßnahme und Förderung der sozialen

Kommunikation wissenschaftlich bewiesen ist.

Ihre Mitarbeiter haben diese Zielsetzung mit Gegenmaßnahmen aus dem vorigen

bzw. vorvorigen Jahrhundert in schärfster Form zu Nichte gemacht.

Darüber hinaus wurde auch eine wissenschaftliche Begleitarbeit mit großen Ein-

schränkungen, wie z.B. Dokumentationsverbot, Redeverbot und des Verbotes

von Ton- u. Bildaufnahmen behindert.

Der Versuch, die öffentliche Informationstätigkeit der freien Presse zu kontrollieren,

ist ebenfalls ein weiterer Punkt, der im allgemeinen Sprachgebrauch als „Zensur“

bekannt ist.

Theaterarbeit als Freizeitbeschäftigung zu werten passt folglich zur Sichtweise

einiger ihrer Mitarbeiter.

Die Darsteller haben unter schwierigsten, psychischen Belastungen eine Vorstellung

dem anwesenden Publikum gezeigt, welche durchaus den Qualitätsansprüchen

einer normalen Aufführung entspricht.

Nach achtmonatiger, intensiver Arbeit, ein eingespieltes Ensemble in Form von

Auftrittsverboten – vier Darsteller wurden aufgrund ihrer Verurteilungen nachträglich

ausgeschlossen – personell zu verändern, ist wohl für alle Beteiligten, auch für das

Publikum, nicht verständlich.

 

 

 

 

-2-

 

 

 

 

 

 

-2-

 

 

 

Die Tatsache, dass eine Absage an künstlerischen Projekten mit Strafgefangenen

mit gegensätzlichen Argumentationen – einerseits Schutz der Interessen von

InsassInnen, als Antwort auf ein Ansuchen von Herrn Karl Markovics, und anderer-

seits die Veröffentlichung von Urteilssprüchen im Zusammenhang mit den Mit-

wirkenden der Produktion Gerettet – ist noch weniger zu verstehen.

 

Kunst ist auch hinter Gittern frei! Die Straftäter haben mit ihrer Mitwirkung einen

wesentlichen Beitrag zum Thema: „Jugend gegen Gewalt“ geleistet und sollten

als nebensächlich agierende Freizeitspielgruppe medial präsentiert werden.

 

Das Gegenteil wurde bewiesen.

 

Wir fordern daher eine solide gesetzliche Grundlage als Basis zur Schaffung

eines Gefängnistheaters, welches professionell arbeiten kann.

Die Weiterführung des Theaterprojektes: „Gerettet“ v. Edward Bond soll durch

ihre Mithilfe gerettet werden.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Manfred Michalke

 

Karl Markovics

 

 

 

 

 

http://www.kulturpolitik.at/wp-content/uploads/2015/01/jahrbuch_2010-2011_osterreichische_gesellschaft_fur_kulturpolitik.pdf

 

 

 

 

Dr. Hannes Swoboda

Abgeordneter zum Europäischen Parlament

Stellvertretender Vorsitzender der S&D-Fraktion

 

                                                                                                                  Tel.   +43/1/40110-3610                                                                                                                  Fax   +43/1/40110-3737

                                                                                                                 hannes.swoboda@spoe.at

                                                                                                         http://www.hannes-swoboda.at

 

Frau

BMin Mag.a Dr.in Beatrix Karl

 

Bundesministerium für Justiz

Museumstraße 7

1070 Wien

 

Wien, 2.11.2011

 

 

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Karl!

 

 

Von Manfred Michalke, Leiter des Wiener Vorstandttheaters, und durch die Medien wurde ich über die aktuellen Entwicklungen seiner Produktion „Sommernachtstraum“ informiert. Die Debatte über die entstehenden Personalkosten zur Bewachung des Ensembles, die das Justizministerium offensichtlich aus dem Projektbudget ersetzt bekommen möchte, ist mir nicht nachvollziehbar.

Manfred Michalke leistet mit seinem Gefägnistheaterprojket aus meiner Sicht wertvolle – und eigentlich unbezahlbare – gesellschafts- und sozialpolitische Arbeit. In vielen europäischen Staaten hat Gefägnistheater bereits Tradition und wird auch entsprechend gefördert und unterstützt. Zudem handelt es sich bei der Produktion des Wiener Vorstandttheaters um ein EU-gefördertes Projekt. Wie Herr Michalke in einem Schreiben an Sie vom August d.J. dargelegt hat, bezieht sich diese Förderung ausschließlich auf die künstlerische Produktion.

Ich kenne und schätze die Arbeit des Wiener Vorstadttheaters seit vielen Jahren und bin Manfred Michalke für seine wichtigen Aktivitäten im Randgruppenbereich dankbar. Wie wichtig diese Arbeit ist, zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass Michalke zu zahlreichen internationalen Symposien und Veranstaltungen eingeladen wurde, um über seine Arbeit zu berichten.

In diesem Sinn möchte ich Sie, Frau Bundesministerin, bitten, die offene Frage der Personalkostendeckung einer neuerlichen Überprüfung zu unterziehen.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

 

Dr. Hannes Swoboda

  

  

  

  

Frau Mag. Dr. Beatrix Karl

Bundesministerin für Justiz

 Museumstraße 7

A – 1070 Wien

AUSTRIA

 

7th June 2011

 

 

 

Dear Frau Karl

 

PEETA project – Austrian partner Wiener Vorstadttheater

 

I am writing in support of Wiener Vorstadttheater, our Austria partner in the PEETA project.

 

Personal Effectiveness and Employability Through the Arts (PEETA) is a Europe-wide Leonardo Di Vinci Transfer of Innovation project. The aim of the project is to look at the transferability of a unique approach to delivering accredited employability skills developed by Superact here in the UK.

 

I have pleasure in enclosing a paper about the project that we are presenting at an international conference next week in Florence. This gives you more detail about our innovative work with our partners, of which Wiener Vorstadttheater are one of five, the others being from the Netherlands, Italy, Portugal and Turkey.

 

Each partner is using a different art form and the team in Austria will perform “Ein Sommernachtstraum“ by Shakespeare with prisoners from JA Gerasdorf and JA Schwarzau. The final performances will be in June 2012 and we shall be there to witness the work that has been carried out, along with other invited guests and we would be delighted if you were able to witness the work.

 

I hope you area able to support Wiener Vorstadttheater in this project and please do get in touch should you have any further questions.

 

Yours sincerely.

 

 

 

 

Nick Smith

Director

 

Encs.

  

  

  

  

 

 

Dr. Hannes Swoboda

Abgeordneter zum Europäischen Parlament

Stv. Vorsitzender der SPE-Fraktion

 

 

                                                                                                               Tel.   ++43/1/40110-3610

                                                                                                                  Fax   +43/1/40110-3737

                                                                                                                 hannes.swoboda@spoe.at

                                                                                                         http://www.hannes-swoboda.at

 

Frau BMin

Mag. Claudia Bandion-Ortner

 

Bundesministerium für Justiz

Museumstraße 7
Palais Trautson

1070 Wien

Per Fax 01/521 52/2730

 

                                                                                     Wien, am 26. August 2009

 

 

Sehr geehrte Frau Justizministerin!

 

 

Mit großer Verwunderung habe ich die aktuellen Entwicklungen rund um die von Regisseur Manfred Michalke geplante Theaterproduktion „Gerettet“ mit Insassen der Justizanstalten Gerasdorf und Schwarzau verfolgt.

Ich kenne und schätze die Arbeit des Wiener Vorstadttheaters in der Person von Manfred Micahlke seit vielen Jahren und habe diese immer wieder unterstützt. Das Wiener Vorstadttheater sieht sich als „integratives theater österreichs“ und ist in seiner Form einmalig. Als Arbeitsziel hat es sich die Integration gesellschaftlicher Randgruppen durch künstlerische Leistung in die Gesellschaft gesetzt. Insbeosndere die Arbeit mit AsylantInnen und eine Kooperation mit dem Integrationshaus Wien stand dabei in den letzten Jahren im Mittelpunkt.

Mit Michalkes jüngstem Projekt, dem Theaterstück „Gerettet“ von Esward Bond, sollte nun eine andere Randgruppe in den Mittelpunkt gerückt werden, jene von StraftäterInnen. Das mit Ihrer Vorgängerin, Frau Bmin Dr. Maria Berger akkordierte und zugesagte Projekt ist aus meiner Sicht ein wichtiger und nachhaltiger möglicher Weg einer Resozialisierungsmaßnahme, wie sie bekanntlich der heimische Strafvollzug als fixen Bestandteil vorsieht. Zudem ist der Inhalt des Stückes, bei dem es um Gewalt an Kindern, um Jugendbanden, desolate Familien und seelische Verwahrlosung geht, für mich eine essentielle gesellschaftspolitische Auseinandersetzung.

Es ist mir nur schwer nachvollziehbar, wieso erst im Nachhinein und lange nach Beginn der intensiven Proben im September 2008 seitens des Bundesministeriums für Justiz eine Weisung ergangen ist, dass vier der AkteurInnen aufgrund ihres Strafmaßes nicht außerhalb einer Justizanstalt auftreten dürfen und eine entsprechende Bewachung nicht sichergestellt werden kann. Bekanntlich hatte Manfred Michalke die Zusage von drei renommierten Theatern in Wien und Niederösterreich, die die Aufführung von „Gerettet“ fix in ihren Spielplänen intergriert hatten.

 

 

Ich möchte nochmals betonen, dass im Vordergrund der Arbeit des Wiener Vorstadttheaters ganz eindeutig die integrative Arbeit mit gesellschaftlichen Randgruppen und der konkrete Beitrag zu einem besseren Miteinander der Kulturen steht und ich persönlich Manfred Michalke als einen äußerst seriösen und engagierten Kulturschaffenden schätzen gelernt habe.

Das ist auch der Grund, warum ich auf diesem Weg meine Verwunderung und Enttäuschung über diese Entwicklungen zum Ausdruck bringen möchte – zumal Manfred Michalke mit seiner Arbeit generell vor schwierigen Bedingungen steht, da er keinerlei Basissubventionen erhält.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

MEP Dr. Hannes Swoboda

 

 

 

 

FLECK über die Frage nach dem sozialen Auftrag des Theaters.

Dass Theater einen kulturellen Auftrag zu erfüllen hat, ist klar. Dass Theater einen gesellschaftspolitischen Auftrag zu erfüllen hat, auch. Zumindest in der Theorie.
In der Praxis sieht das dann zuweilen doch ganz anders aus. Vor allem dann, wenn sich Theatermacher an den viel zitierten Rand der Gesellschaft wagen. Und diesen auch in Sachen Besetzung ins Rampenlicht einer Theaterbühne holen.

In NÖ gibt‘s dafür zwar nicht viele, aber doch einige Beispiele. Theatermacherin Tina Leisch etwa, die vor zwei Jahren eine Aufsehen erregende „Medea“ in und mit der Justizanstalt Schwarzau realisiert und darüber auch gleich einen Film („Gangster Girls“) gedreht hat. Oder Tänzerin Editta Braun, die erst im Juni für „Österreich tanzt“ Flüchtlinge aus Traiskirchen ins St. Pöltener Festspielhaus geholt hat.

Oder auch Regisseur Manfred Michalke, der seit Monaten mit Insassen der Justizanstalten Gerasdorf und Schwarzau (und mit Fördermitteln von Bund und Land) Edward Bonds „Gerettet“ probt und damit am 5. September in der St. Pöltener Bühne im Hof Premiere feiern wollte. Wollte, denn wenige Wochen davor sagte das Justizministerium „Nein“ zu den geplanten öffentlichen Aufführungen. Der Grund: Vier der Darsteller dürften wegen ihrer Verurteilung nicht außerhalb einer Justizanstalt auftreten.
Dort, in Schwarzau, gibt‘s jetzt zwar eine Premiere (am 17. September) – aber ohne die Öffentlichkeit, die sich ein derartiges Projekt wohl verdient hätte…

 

 

 

 

 

 

 

SP-Jarolim: Drehverbot für ORF bei Premiere des Theaterstücks „Gerettet“ unverständlich

Utl.: Strafvollzug hat sich nach wissenschaftlichen Kriterien auszurichten

 

Kritik an der Vorgehensweise des Justizministeriums rund um das Theaterstück „Gerettet“ von Edward Bond durch den Regisseurs Manfred Michalke formulierte heute SP-Justizsprecher Hannes Jarolim. „Das Stück, das morgen Abend in der Jugend-Justizanstalt Gerasdorf mit Beteiligung von Häftlingen erstaufgeführt wird, dient präventiven und rehabilitativen Zwecken und ist sohin ein wesentlicher Beitrag zur Sozialisierung und Rückfallsvermeidung der Jugendlichen. Jede Maßnahme, die dazu beiträgt, junge Menschen vom Weg in die Kriminalität abzuhalten und zu retten ist unendlich wertvoll“, so Jarolim. Dies sei auch der Grund dafür gewesen, dass die damalige Justizministerin Berger ihre Zustimmung zur Aufführung des Stückes – auch außerhalb der Anstalt – erteilt hat. Seit geraumer Zeit werden vom BMJ allerdings restriktive und kaum nachvollziehbare Schritte gesetzt, nämlich zunächst eine Einschränkung der Anzahl der Aufführungen und nun sogar ein Verbot der Anwesenheit des ORF bei der einzigen verbliebenen Aufführung.

 

„Ein solches Drehverbot zeugt von einer sehr bedenklichen Einstellung zum Strafvollzug. Es ist zu bedauern, dass das Justizministerium die Resozialisierung von Häftlingen und die Gewaltprävention bei Jugendlichen nicht fördern will“, so Jarolim, der auch auf die Unterstützung des Stücks durch den niederösterreichischen Landeshauptmann Pröll verwies. Die positive Wirkung solcher Kunstprojekte unter Beteiligung von Häftlingen sei international anerkannt, wie ähnliche Projekte in Dänemark, Deutschland und Großbritannien belegen. „Noch hat das Justizministerium einen Tag Zeit, seine Meinung zu ändern“, bekundet Jarolim abschließend seine Hoffnung auf Einsicht seitens des Justizministeriums.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reaktion zu "Klassen Feind" von einer Zuseherin per Email: 

 

Wollte dir nochmals zu gestern einige Gedanken sagen, die ich in der Schnelle nicht mehr ins Kommentar-Heft schreiben konnte. ;o)

 

Beeindruckend! Das fällt mir spontan aufs Erste ein. Und das hat mehrere Gründe.

Zunächst finde ich das Übersetzen (sowohl sprachlich als auf dramatisch) in die direkte Lebenswelt der Jugendlichen äußerst gelungen. Dadurch hat das Stück eine zusätzliche, ungekünstelte, direkt berührende Nähe gewonnen. Das hat sicherlich unter anderem auch die Schauspieler dahin geführt, eine besondere Beziehung zu ihren so unterschiedlichen Rollen zu entwickeln - ganz ohne Umwege über eine andere Sprechweise - und sie dabei unterstützt, beim Verkörpern ihrer Rolle so direkt am Punkt zu sein. Gerade dieses intensive Erarbeiten der Rolle hat man deutlich gespürt, jeden individuellen Prozess, der dahinter gesteckt ist (und das waren sicherlich oft nicht leichte Wege dorthin). Und das ist das Beeindruckende: jeder von ihnen hat - obwohl sie vielleicht vorher noch nie etwas mit Schauspielen zu tun gehabt haben - seine Rolle wirklich leben können, egal, ob er sich damit identifizieren konnte oder nicht ... da war kein einziges Mal das Gefühl, dass sich jemand geniert oder Angst vor den Reaktionen der Zuschauer hatte. Schauspielen ist ja viel mehr als nur Text herunterleiern ... es ist Empfinden und nach außen Bringen. Etwas, dass bestimmt für die Jungs in ihrer Situation mehr als nur eine Überwindung war! Man hat auch ganz klar gesehen: auf der Bühne ging es um das gemeinsame Fertigstellen eines Produktes und nicht um einen Einzelkampf. Sie waren ein Team!

Und auch die Regiearbeit gehört besonders erwähnt. Nicht nur der Einsatz der Requisiten, der Musik und des Lichts waren absolut geglückt. Das Know-how, wie man gezielt und pointiert, Mimik, Gestik und Wort so gestaltet, dass Tiefe und Ausdruck entsteht, wurde von den Schauspielern perfekt angenommen und absolut umgesetzt und hat so zu emotional berührenden, teilweise bedrückenden Momenten geführt. Aggression (ausgelebt und versteckt), Freundschaft, Eingliedern in Hierarchien, Loyalität, Unterdrückung ... all das wurde in Szene gesetzt. Auch hier war die Arbeit, die dahinter gesteckt hat, unglaublich präsent.

Was mich aber am meisten beeindruckt hat war, dass das Stück weit über eine therapeutische Maßnahme (was ja bestimmt auch ein wichtiger Aspekt ist/war) hin zur Professionalität gegangen ist. Mitleid oder Anteilnahme an ihrer Lebenssituation war vollkommen zweitrangig. Hier ging es um ein professionell entwickeltes Produkt, um richtiges Theaterspielen. Und ich glaube, dass das im Endeffekt auch viel wertvoller für die Jungs ist - nämlich, Anerkennung für die Leistung zu bekommen, dass dort auf der Bühne Schauspieler gestanden sind, die eine Geschichte zu erzählen haben und nicht Suchtkranke in Therapie.

Danke nochmals für eure Arbeit und euer unglaubliches Engagement!

 

 

Herzliche Grüße

Johanna

 

 

Mag. Johanna Kramer

Österreichischer Bundesverlag Schulbuch GmbH & Co. KG Lektorat Naturwissenschaften AHS/BHS

E-Mails zu: "Imagine Shakespeare" - Ein Sommernachtstraum

 

Wir waren gestern sehr beeindruckt von eurem Stück und dem grandiosen Einsatz eurer Schauspieler. 

Das halbe Jahr Probenzeit hat sich doch wirklich gelohnt und man hat doch gespürt, dass sie alles geben, was sie in dieser Zeit gelernt haben, auch in der Kommunikation miteinander. Die Schauspieler und die Zuschauer haben teilweise deutsch miteinander gesprochen- na wenn das kein Erfolg für Integration ist!

Wir gratulieren euch zu dieser tollen Kritik.

Aber es konnte doch niemandem dieser gelungene Versuch der Integration kalt gelassen haben. Schade dass unsere betreffenden Politiker nicht den Weg ins Kabelwerk gefunden haben. Tun, nicht reden, das ist die Devise!

Nochmals Gratulation an euch beide und alle Schauspieler!

Theater zur Versöhnung

In der Türkei verschärft sich in jüngster Zeit der Kampf zwischen
türkischem Staat und PKK. Anders in Österreich - Türken und Kurden
spielen hier gemeinsam das Theaterstück "Ein Sommernachtstraum" von
William Shakespeare. Die Idee für eine
österreichisch-türkisch-kurdische Gemeinschaftsproduktion hatte
Manfred Michalke, Gründer des Wiener Vorstadttheaters, das seit 1994
integratives Theater mit und für sogenannte Randgruppen macht. Im
Stück "Ein Sommernachtstraum" träufelt Puck den Zaubersaft auf die
Liebespaare. Dabei vertauschen sich nicht nur ihre Gefühle, sondern
auch ihre Sprachen. Auf der Bühne fangen die Türken an, kurdisch zu
sprechen und umgekehrt. Die in Österreich geborene Türkin Melike
Kartal spielt den Puck, der kurdische Flüchtling Halil Bakay den
Zettel. Mehmet Akbal hat mit beiden Hauptdarstellern und ihren
Familien über die kurdisch-türkischen Beziehungen gesprochen.

Die Raiffeisenlandesbank für NÖ und Wien zur Produktion:

 

„Imagine Shakespeare“ Ein Sommernachtstraum – mit

kurdischen und türkischen Darstellerinnen und Darstellern

 

Lieber Herr Michalke,

der Abend war wirklich eine Bereicherung und das Ensemble großartig.

Für die "Die Irre von Chaillot" werden wir rechtzeitig wieder unsere Werbemaschinerie (Raiffeisen-Zeitung, Internet, Filial-TV, etc.) anwerfen.

Liebe Grüße
Reinhard Pühringer

INTEGRATIONSHAUS :

 

Potenzial ausschöpfen können

 

„Warten auf Godot“ war 2002 die erste Kooperation zwischen dem Wiener Vorstadttheater und dem Integrationshaus. Die Darsteller dieser sehr speziellen, mehrsprachige Produktion von Samuel Beckett’s Stück waren alle Flüchtlinge aus Kriegsgebieten. Seitdem - „Nachtasyl“ und „Endspiel“ waren weitere Stücke der „Flüchtlingstrilogie“ - haben immer wieder BewohnerInnen des Integrationshauses in den von Manfred Michalke initiierten Stücken mitgespielt.

 

Menschen, die auf der Flucht vor Terror und Verfolgung in Österreich angekommen sind, haben oft eine lange Zeit vor sich, in der sie praktisch nur warten können auf den Ausgang ihres Asylverfahrens. Diese Zeitspanne kann sich manchmal ungemein ausdehnen und nicht sinnvoll genutzt werden: de facto kein Zugang zum Arbeitsmarkt, keine Möglichkeit, zum eigenen Lebensunterhalt etwas beitragen zu können. „In diesem Zusammenhang finde ich es wunderbar, dass Manfred Michalke mit seinem Vorstadttheater Flüchtlingen die Möglichkeit gibt, in Theaterproduktionen mit zu arbeiten. Die Arbeit am Theater fördert einerseits die eigene Kreativität und lässt viel Raum für Gefühle, die dort Platz haben und ausgelebt werden können. Der Weg auf die Bühne – der Sprung ins kalte Wasser – macht Mut und gibt Motivation, den langen Weg der Integration leichter zu gehen“, sagt Beatrix Neundlinger, Vorstandsvorsitzende des Wiener Integrationshauses.

 

Für die AkteurInnen bedeutet die „Schauspielarbeit“, dass Stärken, Fähigkeiten und Potentiale, über die sie verfügen, und die im alltäglichen Flüchtlingsleben nur teilweise genutzt werden können, eingesetzt und weiterentwickelt werden können. Seit seiner Gründung ist das Integrationshaus ein vorbildliches Modellprojekt für die Aufnahme und Integration von AsylwerberInnen, Flüchtlingen und MigrantInnen. Das ganzheitliche interkulturelle Arbeitsprinzip, die gelebte Mehrsprachigkeit, der professionelle Zugang und innovative Entwicklungsarbeit sind Arbeitsgrundsätze, die sich in der Praxis überaus bewährt haben. Die Förderung von Empowerment ist dem Integrationshaus ein besonders wichtiges Anliegen: „So freut es mich sehr, wenn Menschen, die im Integrationshaus wohnen, hier ihr Potenzial ausschöpfen können und breite Unterstützung und Anerkennung dabei bekommen. AslywerberInnen sollen endlich einen Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten. Das wäre eine Win-Win- Situation, für Asylsuchende, wie für die Gesellschaft“, so Geschäftsführerin des Integrationshauses Andrea Eraslan-Weninger.

Gefängnistheater warum nicht in Österreich

 

 

http://www.flickr.com/photos/49341084@N08/5142532440/

 

ROMULUS DER GROSSE

Theater Akzent am 17.01.2015

 

ich möchte eine Rückmeldung geben, weil ich relativ zufällig am Samstag im Theater Akzent war, um ROmulus der Große anzuschauen.

 

Mein Mann und ich waren beeindruckt! Sie haben großartige Arbeit geleistet. Die Gruppe kann wirklich stolz sein auf diese Arbeit! Man spürt, wie viel Knowhow die Leitung hat und man spürt, wie viel Freude die einzelnen Schauspieler/innen haben. Wie schwer es für manche war, gut und deutlich zu sprechen, und keinen einfachen Text!! Großartig!

gerne schaue ich alle weiteren Produktionen an.

Schade, dass nciht mehr Leute den Weg ins Theater gefunden haben, sehr schade!!!

 

so ginge halt echte Friedensarbeit und echte Inklusionsarbeit! Wir gehören zusammen. Und zu dieser Gruppe möchte ich ganz besonders gerne gehören und fühle mich auch verbunden!

 

herzliche Grüße und Gratulation!

Elisabeth Kossmeier

Pachmanngasse 28/16

1140 Wien

 


ROMULUS DER GROSSE

VHS-Donaustadt am 29.05.2015

 

E-Mail von Kurt Neuhold, künstlerischer Leiter der Organisation:

"Grüner Kreis":

 



Lieber Manfred,


selbstverständlich war es mir ein Anliegen, deine Romulus – Inszenierung und sogar dich auf der Bühne zu sehen.


Ich finde, dass sich deine Schauspieltruppe weiter entwickelt hat; dass das Timing, die Spannungsbögen, das aufeinander Reagieren dichter, intensiver geworden ist. Und die junge Frau, die für die Hauptdarstellerin eingesprungen ist, hat ihre Sache wirklich gut gemacht. Da spürt man, dass dein Team gut vorbereitet ist und du der Truppe Sicherheit gibst, damit sie solche „Überraschungen“ problemlos meistern können.


Das Stück hab ich nicht gekannt – erstaunlich, wie aktuell es ist.